Die Geschichte des MV - Gondershausen


Die Musikpflege hat in Gondershausen schon eine lange Tradition. Schon in früheren Zeiten gab es immer kleine Kapellen im Ort. Nach dem 2. Weltkrieg ergriffen einige Jugendliche die Initiative  und gründeten einen Spielmannszug, der bis 1964 sehr aktiv war. Danach verließen viele Mitglieder ihren Heimatort, um im Ruhrgebiet etc. Arbeit zu finden. Der Spielmannszug konnte diesen Aderlass nicht verkraften, zumal der Nachwuchs fehlte.

Einige Männer des Kegelclubs NKC/62 hatten an Rosenmontag 1969 im Gasthaus Trein den Abend spontan mit einigen Instrumenten zum Gaudi der Narren gestaltet, was fortan bei den Kegelabenden immer wieder Thema war. Man beschloß im Sommer mit Übungsabenden zu beginnen, um für die nächste Fastnacht besser gerüstet zu sein. 

Schon am ersten Abend wurden jedoch schon die Unzulänglichkeiten erkannt und man beschloss „altgediente Musiker“ hinzuzuziehen (Ewald Schmaus, Konrad Assies, Rudolf Vogt), es meldeten sich jedoch immer mehr Interessenten.  Der Entschluss zur Gründung eines Musikverein war geboren. Ewald Schmaus, ein Musikus von Jugend an, übernahm den Dirigentenstab und fortan wurde fleißig geprobt. Schon 1970 begleitete diese lose Vereinigung die Fronleichnams- prozession durch den Ort.

Angespornt durch diesen Erfolg und den Zustrom weiterer Jugendlicher, entschloß man sich zur Gründung eines Musikvereins.

Gründungsmitglieder waren:

Hans Führ, Walter Peifer, Horst Becker, Manfred Besser, Friedel Lenz, Josef Sonntag, alle vom NKC und Conrad Assies, Ewald Schmaus (+), Josef Trein (+) und Rudolf Vogt.

 

1970 - 1977


Am 4. Juni 1970 war die konstituierende Sitzung, wo Hans Führ zum 1. und Ewald Schmaus zum 2. Vorsitzenden gewählt wurden.

Als Dirigenten konnte man Herrn Zimmermann vom Musikverein Heimbach gewinnen, der von den Erntedankfesten her in Gondershausen bestens bekannt war. Die regelmäßigen Proben waren gut besucht und der Verein machte Fortschritte.

In der Folgezeit wurde es immer schwerer, den Verein finanziell über Wasser zu halten, zumal der Dirigent weite Anreisekosten hatte und alles durch die Mitgliedsbeiträge bezahlt werden musste. Schweren Herzens trennte man sich daher von Herrn Zimmermann.

Sein Nachfolger wurde von 1971 – 1977 Kunibert Detzler aus Karbach, der auch bei dem Gründungsfest in diesem Jahr den Verein dirigierte. 

1973 konnte der Verein das Kreismusikfest ausrichten, was ein voller Erfolg war und vor allen Dingen die Vereinskasse auffrischte. Die finanziellen Sorgen waren behoben, denn die Instrumente waren meist Eigentum der Musiker.

Herr Detzler war für uns Anfänger der richtige Dirigent, mit viel Gefühl für Anfänger. Unter seiner Führung entwickele sich der Verein  mehr und mehr, so dass erste Auftritte angenommen werden konnten. Auftritte an Kirchweihfesten, Winzerfesten, an Faschingstagen usw. mehrten sich in den nächsten Jahren. Selbstverständlich wurden alle Festlichkeiten im Ort musikalisch begleitet. 1977 trennte sich der Verein von Herren Detzler.

 

1978 -1991


Herbert Wolf aus Koblenz, vom “Heeresmusikcorps 300“ übernahm den Dirigentenstab und nach seiner Versetzung zum Stabsmusikcorps in Bonn, 
konnte der Verein Gilbert Monter, ebenfalls von diesem Musikcorps gewinnen. 

Durch diese Fachkräfte, die die Proben auch anders gestalteten, verbesserte sich der Klangkörper von Jahr zu Jahr und konnte auch durch gut ausgebildeten Nachwuchs immer wieder vergrößert werden. Zur Ausbildung der Jugendlichen stellten sich u.a. auch Kollegen des Dirigenten zur Verfügung.

In den 80er Jahren kamen in der Adventszeit immer Weihnachtskonzerte zur Aufführung, die jeweils mit einem Krippenspiel verbunden waren, das von bewährten Kräften des Vereins aufgeführt wurde.

Die Auftritte und auch das Musikrepertoire wurden immer mehr. Neben der typischen Blasmusik wurden Konzertstücke und auch moderne Musik einstudiert. 

1986 wurde dann Herr Monter nach Süddeutschland versetzt, die Suche nach einem Dirigenten ging wieder los. Schließlich fand man Herrn Jürgen Sommer aus Löf als Dirigent.

Seit Sommer 1986 macht der Musikverein im Rhythmus von 2 – 3 Jahren einen Ausflug. Ziele waren  bisher:

Rhauderfehn im Ammerland (Nordsee),

Obereisenheim in Franken (Würzburg),

Braunfels in Hessen,

Großkarlbach in der Pfalz,

Eberbach in der Nähe von  Heidelberg ,

Burgkunstadt und Bamberg

und in diesem Jahr geht es in die Heimat von „unserem Walter“ nach Dirlewang ins Unterallgäu.

Alle Ausflüge waren ausnahmslos Highlights im Vereinsleben, zumal wir auch immer bemüht waren eine musikalische Visitenkarte unseres Könnens abzugeben.

 

1992 -1999


1992 übernahm unser Dirigent Jürgen Sommer das Amt des Kreisjugendleiters in seinem Heimatkreis Mayen-Koblenz und konnte aus diesem Grunde sein Engagement bei uns nicht mehr fortsetzen. 

Das Glück war dem Verein jedoch hold, da er wieder einen Dirigenten des Heeresmusikcorps, H. J. Stange, finden konnte. Auch unter diesem Dirigenten entwickelte sich der Verein weiter, zumal jeder Dirigent wieder andere Vorstellungen mit einbringt. 

Neben den vielen Auftritten in den folgenden Jahren, war 1995 ein besonderer Höhepunkt die gemeinsame Veranstaltung des Quartettvereins zu seinem 70-jährigen und des Musikvereins zu seinem 25-jährigen Jubiläum, mit einem gemeinsamen Auftritt am Samstagabend. Drei Tage war Musik in der Gemeinde Trumpf. 

1997 feierte der ganze Ort Gondershausen sein 1100 jähriges bestehen.

Natürlich war auch hier der Musikverein tatkräftig beteiligt insbesondere beim Festkommers am Samstagabend stellte der Verein sein Können unter Beweis.

Höhepunkt des Abends war aber sicherlich die Wiedergeburt des

 "Spielmannszuges 1954 Niedergondershausen"

unter der Stabführung unseres Ehrenvorsitzenden und Tambomajors Hans Führ.

Alle noch lebenden ehemaligen Mitglieder des Spielmannszuges hatten anläßlich der 1100 Jahrfeier den Probebetrieb der seit 1964 ruhte wieder aufgenommen und drei Märsche einstudiert, die dann unter dem tosendem Beifall der über 1000 Gäste dargeboten wurden. Bis zum heutigen Tag proben die „alten Herrn“ jeden 1.Freitag im Monat (hoffentlich noch lange).

 

ab 2000


Mit dem Millenniumswechsel hat sich auch im Verein grundlegendes geändert.

Seit dem 1.1.2000 steht unser „eigen Gewächs“ Jörg Kochhann dem Verein als Dirigent und musikalischer Leiter vor.

Das komplette Musikprogramm wurde erneuert.

Zu den klassischen Instrumenten eines Musikvereins kamen Keyboard,  
E-Gitarre und E-Bass hinzu so das der Musikverein heute die Blasmusik im 
"Big Band Sound" präsentiert. 

Der Verein besteht derzeit aus 37 aktiven Mitgliedern und 6 Jugendlichen in der Ausbildung.

Der Einzugsbereich des Musikvereins erstreckte sich auf den Grundschulbezirk Gondershausen, also auch auf die Orte Beulich, Mermuth und Morshausen. Durch diese Gemeinschaft ist sichergestellt, dass auch in diesen Orten alle Festlichkeiten musikalisch umrahmt werden.

 

Besonders verdiente Musiker


Besonderes zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang vier Musiker, die sich um den Verein besonders verdient gemacht haben und zwar alles Mitgründer:

Ewald Schmaus (+). Er war 1. Dirigent bis 1970 und konnte von seinem Wissen als Leiter seiner Tanzkapelle viel an den Verein weitergeben. Insbesondere die Ausbildung von Nachwuchskräften war sein besonderes Anliegen. Während seiner Zugehörigkeit war er immer stellvertr. Dirigent. 

Josef Trein (+). Er war unser ehemaliger Vereinswirt und eine treibende Kraft bei der Gründung des Vereins. Darüber hinaus hat er bei prekären finanziellen Situationen immer Rat gewusst und sich als Sponsor erwiesen.

Konrad Assies. Ihn kann man als „Mädchen für alles“ bezeichnen. Er ist ein wahrer Beschaffungsspezialist und in seinem Element als Organisator unschlagbar.

Hans Führ. Ein alter Vereinshase. Er war Mitbegründer und Dirigent des Spielmannszuges, organisierte in jedem Jahr die Erntedankfeste und brachte sein Wissen und sein unermüdliches Schaffen ein. 13 Jahre war er 1. Vorsitzender und durch seine dynamische Art ein Eckpfeiler des Vereins. Bis zu seinem 70. Lebensjahr 1992 war er erster Flügelhornist. Bei seiner Verabschiedung wurde ihm das silberne Ehrenzeichen des Landesmusikverbandes überreicht. Auch heute besucht er noch gelegentlich die Proben, um durch seine Art inaktiv das Vereinsleben zu fördern.